Wissensspeicher in Potsdam


Im Alten Rathaus gegenüber der besetzten Fachhochsule wird am Dienstag, den 1.12.2009, im allmonatlich stattfindenden Dialog der Potsdamer Mitte über die Zukunft der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam disskutiert.

„Potsdamer Mitte im Dialog“: Die Stadt- und Landesbibliothek am 1. Dezember 2009 um 19:00 Uhr im Alten Rathaus – Potsdam Forum

Jeden ersten Dienstag im Monat lädt die Landeshauptstadt Potsdam alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ins Alte Rathaus – Potsdam Forum zur Veranstaltungsreihe „Potsdamer Mitte im Dialog“ ein. Am 1. Dezember werden die Pläne zum Umbau der Stadt- und Landesbibliothek zum neuen „Wissensspeicher“ vorgestellt. „Es geht nicht nur um die dringend notwendige Sanierung und Instandhaltung des Gebäudes, sondern auch um eine neue inhaltliche Ausrichtung. Gemeinsam mit der Volkshochschule wird ein Ort des lebenslangen Lernens für alle entstehen“, so die Direktorin Marion Mattekat. Der Vorsitzende des Fördervereins Potsdamer Bibliotheksgesellschaft e.V., Dr. Jochen Kranert, ergänzt: „Die sanierte Bibliothek wird entscheidend zur Belebung der Potsdamer Mitte beitragen.“

Die Potsdamer Bibliotheksgesellschaft e. V. mit ihrem Vorsitzenden, die Direktorinnen der Stadt- und Landesbibliothek und der Volkshochschule, die Kulturbeigeordnete, Vertreter des Fachbereichs Stadterneuerung und Denkmalpflege, der Kommunale Immobilienservice sowie der beauftragte Architekt werden an der Veranstaltung teilnehmen.

Mit der Veranstaltungsreihe „Potsdamer Mitte im Dialog“ möchte die Landeshauptstadt in Kooperation mit den Innenstadt-Vereinen die Projekte der Potsdamer Mitte einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. Auch der Dialog zwischen Bürgern und Verwaltung soll mit der Reihe intensiviert werden. „Der neue Wissensspeicher soll zu einem lebendigen Ort der Begegnung werden. Die öffentliche Diskussion über das neue Gebäude und seine Nutzung ist deshalb ausdrücklich erwünscht“, stimmt Dr. Iris Magdowski auf den Abend ein. Die Veranstaltungsreihe „Potsdamer Mitte im Dialog“ wird auch im nächsten Jahr fortgeführt werden. Die Potsdamer Journalistin Natalie Gommert moderiert die Veranstaltungen. Der Eintritt ist frei.

Die Potsdamer Bibliotheksgesellschaft hat zum aktuellen Thema einen offenen Brief veröffentlicht.

Offener Brief der Potsdamer Bibliotheksgesellschaft e. V. zum Thema Standortdiskussion des Vereins Mitteschön um die Stadt- und Landesbibliothek Potsdam
Die Potsdamer Bibliotheksgesellschaft nimmt mit Verwunderung zur Kenntnis, dass die Standortfrage um die Bibliothek mit bemerkenswerter Regelmäßigkeit von verschiedenen Interessengruppen thematisiert wird, so auch auf der Veranstaltung „Potsdamer Mitte im Dialog“ am 17. d.M. Hier wurde deutlich, dass man dem Problem auch mit befremdlichen Mitteln zu Leibe rückt. In einer Computer-Simulation über sogenannte Leitbauten wurde in der Art einer Puppenstube die Mitte vorgestellt und ganz allmählich auch auf den gegenwärtigen Zustand der Bibliothek hingeführt. Es war klar, dass der Kontrast beim Publikum den erwünschten Erfolg hatte. Es wurde noch nicht einmal der Versuch unternommen, das Gebäude durch entsprechende Fassadenänderungen, die durch Simulationen ja möglich wären, einzuordnen als Übergang des Ensembles der historischen Mitte in das eigentliche Zentrum der Stadt.

Kann es sein, dass Stadtverordnetenbeschlüsse wie zum Beispiel zum Masterplan Historische Mitte von 2006 ignoriert werden? Im Vorfeld hatte es dazu einen weitreichenden Diskussionprozess mit ausgewiesenen überregionalem Experten in der Stadt gegeben.
Ist allen bewusst, dass sie bei weiterer Bauverzögerung für die Bibliothek Millionen zugesagter Fördermittel in Frage stellen? Wo sollten in Zeiten der Finanzkrise eigentlich die Mittel für einen Neubau herkommen?

Sind Grundsatzentscheidungen nicht schon längst getroffen worden?

Wir fordern die Entscheidungsträger auf, sich eindeutig zu dieser Frage zu positionieren und keine weiteren Verzögerungen des Bauablaufes bei der Stadt- und Landesbibliothek zuzulassen.

Dr. Jochen Kranert
Vorsitzender

 

Potsdamer Bibliotheksgesellschaft

Wir bildungsstreikenden bibliothekswissenschaftlichen Studierenden werden auf jeden Fall vorbeischauen.

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2 Kommentare

  1. Luftpost

    „…dass die Standortfrage um die Bibliothek mit bemerkenswerter Regelmäßigkeit von verschiedenen Interessengruppen thematisiert wird, so auch auf der Veranstaltung „Potsdamer Mitte im Dialog“ am 17. d.M.“

    Meine Damen und Herren, ich war auf dieser Veranstaltung, jedoch diese Thematik wurde nicht durch Mitteschön, sondern durch Besucher der Veranstaltung aufgeworfen.

    „In einer Computer-Simulation über sogenannte Leitbauten wurde in der Art einer Puppenstube die Mitte vorgestellt und ganz allmählich auch auf den gegenwärtigen Zustand der Bibliothek hingeführt…“

    Seltsam. Die einzige „Computersimulation“ auf dieser Veranstaltung war der Entwurf des Innenraumes der zukünftigen Bibliothek vom Architekten. Und dieser Entwurf war noch nicht mal aktueller Planungsstand, sondern von 2007.

    „Es wurde noch nicht einmal der Versuch unternommen, das Gebäude durch entsprechende Fassadenänderungen, die durch Simulationen ja möglich wären, einzuordnen als Übergang des Ensembles der historischen Mitte in das eigentliche Zentrum der Stadt.“

    Interessant! Nicht etwa der Archtekt soll den Entwurf vorlegen, wie sein Umbau zukünftig in das Stadtbild passen soll, sondern Mitteschön? Verkehrte Welt oder?

    „Kann es sein, dass Stadtverordnetenbeschlüsse wie zum Beispiel zum Masterplan Historische Mitte von 2006 ignoriert werden? Im Vorfeld hatte es dazu einen weitreichenden Diskussionprozess mit ausgewiesenen überregionalem Experten in der Stadt gegeben.“

    Nur leider eben nicht mit der Bevölerung der Stadt Potsdam und auch nicht mit den Vereinen, die sich für den Wiederaufbau der historische Mitte engagieren. Dass nach jahrelanger Ignoranz des Bürgerwillens sich dieser auf dieser ERSTEN „Diskussionsveranstaltung“ Luft macht, war abzusehen.

    „Ist allen bewusst, dass sie bei weiterer Bauverzögerung für die Bibliothek Millionen zugesagter Fördermittel in Frage stellen?“

    Anscheinend ist Ihnen das nicht bewusst. Denn anscheinend können nun doch diese Fördermittel (vielleicht Sinnvoller) an anderen, dringenden Stellen in der Stadt verwendet werden. Eine ganz diametrale Aussage gegenüber den Velautbaren auf der Veranstaltung: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11679584/60709/Jakobs-will-Hauptstadtmittel-anders-einsetzen-Finanzierungspaket-fuer-die.html

    „Wo sollten in Zeiten der Finanzkrise eigentlich die Mittel für einen Neubau herkommen?“

    Siehe Artikel oben: anscheinend gibt es doch Quellen…

    Ihre Stellungnahme ist insgesamt übelste Propaganda!

  2. Tacky Pöckof

    Absolut Super Beitrag, dies wollte ich auch schon immer mal schreiben, wusste aber nie wie man dies zu Papier bringen kann😉 !

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