Betreff: Genderplanet, Medienkompetenzdefizit bei Studierenden, BibliothekarIn 2.0


Mitarbeiterinnen des Weblogs der Genderbibliothek des Zentrums für transdisziplinäre Geschlechterstudien an der Humboldt Universität zu Berlin haben ein Tool für die Präsentation mehrerer Blogs, die sich mit dem Thema Gender auseinandersetzen, den „Genderplanet“ ins Leben gerufen, der auf der gleichen Grundlage wie der Planet Biblioblog 2.0 arbeitet.

In Mari*us anschließenden Meditationen zu seinemVortrag „Feedreader – Informationen unkompliziert ordnen“ wird nochmals deutlich, dass die korporative Idee und und sog. proaktives Handeln von großer Bedeutung für Informationsarbeiter sind und dass dafür umfassend Internetdienste eingebunden werden sollten. Andererseits wird aber ein großes Defizit erkennbar, dass die neuen Instrumente (Social Tagging, Blogs, Feedreader) sogar bei Studierenden der Informationswissenschaft(en) nicht wahrgenommen werden (Danilolablog, sorry für den Falschschrieb beim letzten Post, ist verbessert!).

Ob Lerngemeinschaften oder andere Communities of Practice: zumindest in den informationswissenschaftlichen Studiengängen sollte etwa das Anlegen eines thematischen Feedreaders ein Bestandteil des Moduls „Web 2 Basics in Practice“ werden (gibt’s leider noch nicht in der Form von praktischem Kompetenzerwerb). Scheinbar sind Ideen des gemeinsamen sozialen Arbeitens, z.B. durch gemeinsame Linksammlungen nicht wirklich durchgesickert. Bleibt auch zu fragen, ob Studieren gemeinschaftlich oder egozentristisch aufgefasst wird. An der FH-Potsdam gab es zwar für die Diplomstudierenden „Neue Formen der Sacherschließung“, was in die Richtung Anwendung von Web 2 Applikationen ging. Aber hier hatte der Überblick Vorrang vor der eigentlichen Anwendung.

In diesem Zusammenhang (Entwicklung der zukünftigen Informationswelt) sollte jede angehende Bibliothekarin und jeder angehende Bibliothekar (alle anderen InformationsarbeiterInnen natürlich auch) auch das Manifest der Bibliothekarin 2.0 zur Kenntnis nehmen, oder die tolle Webpräsentation des Library 2.0 Manifestos (beides Laura B. Cohen).

Aber all dies (ausser der Kommentar, 3. Absatz) steht ja schon in den oben angegebenen Posts. Wollte es nur unseren LeserInnen nicht vorenthalten …

kevindooley

5 Kommentare

  1. danke für die werbung und die tollen anregungen für stärkere inhaltliche neuorientierung der bibliotheks- und informationswissenschaften.

    hier noch zwei praktische aufgaben für ein studium von heute:
    * einen recherchekurs in einem sozialen netzwerk (facebook) für eine bestimmte nutzer_innengruppe erstellen und durchführen
    * statt eine papierarbeit einzureichen, sollten studierende als hausarbeit einen wikieintrag schreiben

    lg danilola

  2. sehr schöner Beitrag. Danke auch für die Werbung. Deine Idee mit der praktischen Umsetzung wäre mal eine Idee, die am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaften an der HU stark gemacht werden kann.

  3. *Grummel*

    „* einen recherchekurs in einem sozialen netzwerk (facebook) für eine bestimmte nutzer_innengruppe erstellen und durchführen
    * statt eine papierarbeit einzureichen, sollten studierende als hausarbeit einen wikieintrag schreiben“

    Bibliographieren wäre auch eine Grundlage für besseres Verständnis von Online-Katalogen oder nicht?
    Also über wesentliche Inhalte lehren und die Form der Vermittlung und des Publizierens jedem selbst überlassen🙂

    Ach naja und die geringe Bedeutung der neuen Instrumente (Social Tagging, Blogs, Feedreader) ist vielleicht darin begründet, dass man sie nicht nutzen möchte…
    Jeder so wie er es mag nicht wahr?

  4. @K.P.
    Deine relativierende Haltung „jeder so, wie er es mag…“ geht doch irgendwie am gegenwärtigen Umgang mit Informationen vorbei. Ich meine Facebookrecherche, wiki- Hausarbeit, feedreader aufbauen – das sind doch alles Formen des „verständigen“ Bibliographierens. Nehmen wir die wiki Hausarbeit – sie ist direkt nutzbar. Sollte man sich da nicht evtl. etwas mehr Gedanken machen, gerade über die Form der Vermittlung solcher Instrument.
    Und das Bibliographieren: An den Suchanfragen zu spezifischen Themen scheitern die Online Kataloge ja so oft (je spezieller – desto frustrierender). In solchen Fällen liegt es ja gerade nahe, die Quellen zu benutzen, deren kompetenter Umgang du oben als beliebig einstufst. Wer sie beherrscht, hat Informationsvorteile. Eine Facebook-Community kann bessere Ergebnisse liefern als jeder OPAC.
    Als Privattyp wärs mir vielleicht auch ejal, aber als angehender Bibliothekar?

  5. @ingo

    Eine Facebook-Community kann sicherlich gute Ergebnisse liefern. Das Problem ist doch aber, dass aktuell Communitys wie Facebook „Modeerscheinungen“ sind. Ich halte sie für zu veränderlich augenblicklich. Ich persönlich befürchte eher, dass die einfache Literaturrecherche (ohne „neue“ Instrumente) schon nur mangelhaft beherrscht wird. Problematisch ist für mich nicht das Beschäftigen mit neuen Methoden, sondern die Veränderung der Prioritäten in der Betrachtung existierender Methoden. Warum sollte ich die Nützlichkeit neuer Methoden bestreiten, das ist ja unsinnig. Nur ist die Diskussion doch teilweise fern davon Mängel in der Informationskompetenz zu erkennen. Die Diskussion ist mir zu „bibliothekswissenschaftlich“, zu wenig an der Realität ausgerichtet. Ich darf immer wieder lesen, es fehle hier an der Kenntnis es fehle dort an praktischem Wissen. Ich finde es letztlich irgendwie bezeichnend für den Stand der Diskussion darum, was Bibliotheken waren, sind und sein sollen. So lange man ohne ein allgemeines Bibliotheksbild diskutiert hat es für mich einfach weder Hand noch Fuß. Ich denke diese Unsicherheit stört mich zu sehr, als dass ich ohne Scharz/Weiß-Denken Diskussionen führen kann zu diesem Thema.
    (was ja sicherlich nicht euer Problem ist😉 )

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