Mein BibCamp³ #bib3

27. Mai 2010

Bericht vom Bibcamp 2010, 7-8. Mai 2010 Hannover

Professionalisierung der Bibliothek 2.0

Themen:

  • 2.0 Kompetenz verstärkt in die Stellenausschreibungen von Bibliotheken mit einbeziehen
  • 2.0 Anwendungen für die Neuorganisation der Bibliothek oder der übergeordneten Einrichtung nutzbar machen
  • Welche Strategien gibt es, Berührungsängste von KollegInnen oder Mitarbeitenden gegenüber Web 2.0 abzubauen?

Ideen, Anmerkungen, Diskussionsstränge irgendwo auf dem Weg zu professionellen Bibliothek 2.0:

  • Dass Web 2.0 Kompetenz der Organisationsentwicklung und –verbesserung dient, sollte bei ArbeitgeberInnen mitgedacht werden, wenn Web 2.0 Kompetenzen in der Stellenausschreibung gefordert werden. Web 2.0 Anwendungen sollten nicht als Alibi für Innovationen eingesetzt werden. 2.0 BibliothekarInnen sollten vor allem gezielt daran arbeiten, eine Verbesserung der Strukturen, der Organisation und der Kommunikation durch Social Media Anwendungen zu schaffen. Diese Dimension von Web 2.0 sollte in der Praxis aufgegriffen und stärker kommuniziert werden.
  • Um Organisationen davon zu überzeugen, dass sich viele 2.0 Anwendungen für die Verbesserung von Kommunikation, Wissens- und Wissenschaftsmanagement nutzen lassen, bedarf es Überzeugungsarbeit. Effektives Changemanagement hin zur 2.0 Organisation bedarf einer neuen Kultur des Kommunikationsstils.
  • Mehr experimentieren. Berührungsängste abbauen. Support aktiv anbieten. Demonstrieren was möglich ist und wie man heute arbeiten kann.  Bibliothek als Versuchslabor: http://www.lib.umich.edu/mlibrary-labs
  • Scheitern berücksichtigen und als Teil des Lernens akzeptieren. Virtuelle Fachbibliotheken oder Vascoda sollten nicht immer so stark abgewertet werden, stellen sie doch ein Musterbeispiel für den „Erfolg des Scheiterns“ dar. Denn über den Aufbau der ViFas sind viele junge Leute in den Bibliotheksbereich gekommen, viele neue technische Ideen wurden eingebracht und das Angebot sukzessive optimiert. Zugleich hat durch die internetbasierten Fachbibliotheken eine Verjüngung stattgefunden. Bibliothekarische Fachzeitschriften sind stets erfolgsorientiert. Scheitern gehört ins Management. Eine Atmosphäre des Ausprobierens und des Testens ist fruchtbarer, wenn der Erfolg nicht das einzige Ergebnis sein soll. Scheitern und Ausprobieren tragen auch maßgeblich zur lernenden Organisation bei: Open Innovation lautet hier das Stichwort.
  • Projekte unabhängig vom Image der Einrichtung aufstellen. Das Testen von Anwendungen ist möglich, ohne direkt als bestimmte Einrichtung auftreten zu müssen.
  • Versuchen, alle Dimensionen ausreizen. Alle Zielgruppen mitnehmen.
  • Soziale Motivation und langer Atem sind ebenfalls entscheidend.
  • Praktische Anwendungsfälle, Trends und Demos präsentieren und vermitteln.

Wissenschaft und Bibliothek: Unterstützung der WissenschaftlerInnen

Thema: Welche Services können Bibliotheken speziell WissenschaftlerInnen anbieten?

  • Präsentation einer Webanwendung: Übersicht aller Publikationen des  Instituts, sortierbar nach ZSN, Themen, Mengen an Publikationen pro Autor, als Aushängeschild einer Forschungseinrichtung
  • Kommunikationskontakt zu den WissenschaftlerInnen ist sehr wichtig, um herausfinden, welche Tools überhaupt für die Wissenschaft benötigt werden.

Ideen:

  • Plattform auf der WissenschaftlerInnen ihre Publikationen veröffentlichen
  • Literaturverwaltung, Proaktive Services, offene Sprechstunden, zeigen,dass man da ist und zur Verfügung steht.
  • Wir zeigen es an Eurem eigenen Rechner.
  • Unterstützung bei der Einreichung von Aufsätzen in einem Journal Submission System? Unterstützung beim Einreichen von Aufsätzen?

Sharing

Wie schafft man es, dass WissenschatlerInnen ihre Daten teilen oder überhaupt Literaturverwaltungsprogramme benutzen? Die Prägung der Veranstaltung war sehr technikorientiert: Endnote, Citavi, Mendeley aber auch CiteULike, zotero und JabRef wurden angesprochen und verglichen.

Vorbehalte:

  • Anwendungen oft zu hakelig. Facebookisierung mancher Literaturanwendungen, d.h. z.B. alle Daten, die ich in Mendeley internebasiert eingebe, dienen Mendeley zu Profilbildung und Weiterverarbeitung
  • Daten werden auch gerne von WIssenschaftlierInnen zurückgehalten (Angst, immer dieselben Quellen, Konkurrenz)
  • Vielen ist der Mehrwert veröffentlichter und zur Weiterverarbeitung generierter Daten nicht ersichtlich, Ängste

Ansätze:

  • Primärdaten sollten bei Publikation mitgeliefert werden.
  • Man sollte sich auf das Medium, die Anwendung einigen.
  • Entscheiden, wann und wo ich Daten veröffentlichen will.
  • CiteULike : eigene Daten können unter Creative Commons gestellt werden

Beispiele:

Beratender Katalog 2.0

Beispiele in diesem Zusammenhang: http://wiwi-werkbank.de/
Eyeplorer gutes Instrument http://eyeplorer.com/show/, Relevanzranking

Bibliotheksapps

Wer braucht es? Lohnt sich das? Demo von Apple und Android Apps. Kosten unklar. IPad, eBook Trends – lose Diskussion. Bachelorarbeit, neue Geräteklassen, Evtl. Arbeitskreis gründen, Was sollen wir tun?

Weitere Informationen zu allen Sessions unter http://bibcamp.pbworks.com/

COMMUNITY-FB5 launch

2. März 2010

Online-Community des Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam steht zu Aufbau bereit

Auf diesen Seiten findet sich auch eine Bedarfsanalyse, mittels der wir erruieren konnten, welche Arten des Erfahrungsaustauschs, welche Features und welche Inhalte die Studierenden, Mitarbeitenden und Alumni des Fachbereichs wünchen (mehr).

Neu in unserer Bibliothek

18. Februar 2010

BSU Material erscheint jetzt erstmalig in der Bibliothek von Issuu. Nicht nur für Apple-Liebhaber, die sich keinen leisten (können) geeignet, sondern  auch für Leute, die ihren Content nur ansehen, aber nicht weiterverarbeiten lassen wollen. Mach doch Deine eigene Bibliothek (Zeitschrift, Buch etc.)! Übrigens auch der Pagerank bei Google soll besser sein als bei Box it! Auch für facebook embedding possible.

Lesung und Gespräch mit Edgar Wolfrum

Wann: Donnerstag, den 24. September um 19:30

Wo: Bibliothek des Deutschen Instituts für Menschenrechte

Einladung als PDF

Buch und weitere Infos

  • Verleihung des 10. Big Brother Awards am 16. Oktober 2009 – Deadline für Einsendungen abgelaufen.

© Karola Riegler / http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/deed.de

In Erfurt scheint sich die message endgültig verkündet zu haben. Web 2.0 jetzt Standard für PR, Bibiliotheksvernetzung und neue nutzerorientierte Bibliotheksfunktionen. Ein must have ohne wenn und aber!

Mehr dazu bald (auch der exklusive Bericht “Beyond Erfurt: Kühnhausen und die Reise gen Osten” mit Videos)

FaMI-Auszubildende unterstützen Berliner Nischen-Bliotheken bei der Öffentlichkeitsarbeit – Yeah!

“(…) im Rahmen unserer Ausbildung zum FaMI suchen wir für ein Schulprojekt “versteckte”  Bibliotheken in Berlin. Ziel des Projektes soll es sein, eine kleine Website mit einer Google-Maps-Funktion zu erstellen, auf der, angereichert mit zusätzlichem Content (Kurzer Überblick über die Einrichtung, Fotos, Öffnungszeiten, (…))

“Kurz unsere Kriterien für eine “Secret Library”:  Sie sollte
1. öffentlich zugänglich sein, entweder über feste Öffnungszeiten oder nach Vereinbarung. Zumindest aber damit einverstanden, externe Gäste zu empfangen, die über unsere Website auf sie stoßen könnten.

2. eine fachliche oder architektonische Besonderheit haben.

3. und natürlich möglichst (noch) unbekannt sein. :-) Über Tipps per Email würden wir uns sehr freuen.”

Kontakt:  Oberstufenzentrum für Bürowirtschaft und Verwaltung Berlin – jan_erdnuess (at) yahoo.de

Painted books …

24. Mai 2009

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Warburg Institute

10. Dezember 2008

Als reicher Kaufmannssohn und ohne wissenschaftliche Ausbildung baute Aby Warburg um die Jahrundertwende zum 20. Jahrhundert seine Bibliothek in Hamburg auf. Mit seinem eigenen Klassifikationssystem hat er einen bedeutenden Beitrag für  Bibliothekswissenschaft und -geschichte geleistet. Einer ganzheitlich geisteswissenschaftlichend Idee entsprechend, ist die Bibliothek in einem runden Raum entlang der Wand aufgestellt. Sie soll so gemacht sein, dass man in der Umgebung eines Buches z.B. innerhalb der Philosophie alle anderen philosophischen Bücher zu einem ähnlichen Thema findet, aber auch in der Psychologie dasselbe Buch unter einem psychologischen Thema antreffen kann. Man findet ein Exemplar in der literaturwissenschaftlichen Sektion und vielleicht dasselbe Exempar auch in der Kunstsektion. Die Idee ist eine Idee der Moderne: die ganzheitliche Abbildung der geistigen Welt in einer Aufstellung, die für jeden Zusammenhang einen Standort bereithält. Und dies alles innerhalb eines im Kreis angeordneten Bestandes.

De natura rerum of Isidore of Seville (560– 636) printed at Augsburg in 1472

Das Institutsemblem (auch am Eingang, s. Foto unten) zeigt vier Elemente, aus denen die Welt besteht  (zwei Gegensatzpaare):

Earth is linked to water by the common quality of cold, water to air by the quality of moisture, air to fire by heat and fire to earth by dryness.” (Quelle)

Davon abgeleitet werden die vier  Dimensionen: Handlung – Orientierung – Wort – Bild. Der Clou bei dieser Zuordnung ist die Zuordnung von Wissenschaften und Fachgebieten entsprechend der vier Kategorien. Kultur- und politische Geschichte (und deren Unterkategorien) werden mit Handeln,  Wissenschaft und Religion mit Orientierung, Literatur mit dem Wort und Kunst mit dem Bild verbunden. In diesem Obersystem gehen alle denkbaben geisteswissenschaftlichen Kategorien auf. Die Frage nach der richtigen Anordnung hat Warburg sein Leben lang umtrieben.

Zu den besonderen Schätzen (heute) zählen die Digitalen Quellen, mühsam digitalisierte Ikonographien, Handschriften oder  Stiche.  Warburg hat sich besonders für Zeichnungen von Festen,  Embleme, Rennaisancestiche, Fabelwesen oder mythologischen Darstellungen interessiert, die zum Teil aus dem 15. Jh. stammen.  Alle diese Digitalisate basieren auf Quellen, die zum Teil noch auf Warburgs eigenem Bestand gründen.  Die Digitalisate sind für nicht-kommerzielle Zwecke frei als pdf verfügbar. Nach Warburgs Tod wurde die Bibliothek vor den Nazis nach Londen gerettet, wo sie am Ende an die University of London angeschlossen wurde. Anschluss und andere Direktoren haben auch dazu geführt, das von der Kreisanordnung des Bestandes abgelassen werden musste. Warburgs Idee der kulturwissenschaftlichen Bibliothek lebt aber durch die BibliothekarInnen, die übrigens auch alle eine fachwissenschaftliche Ausbildung haben, als Ideal fort, das konnte man bei der Besichtigung spüren. Die Bibliothek sieht heute auf den ersten Blick wie jede andere Universitätsbibliothek aus. Die ursprüngliche Systematisierung könnte für den heutigen Nutzen nochmals untersucht werden.

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Literatur

Aby Warburg (1866-1929). The Survival of an Idea. Mathias Bruhn

… und natürlich der Wikipediaaufsatz

It is not only cheap coffee, it is the idea of Londons’ Idea Stores that rocks. This one, the “reference” for good practice is placed in between a bazar, the Whitechapel tube-station, a bank and a supermarket.
Idea Stores are more than just public libraries (or are they public libraries like they should be?) because of their objective to integrate people. Here in Whitechapel especially migrants or non natives are getting a first connection to British Culture (health facilities, language, public services). Language learnig in “learning labs”, CV in 24 Hours, free debt advice service, or easy to read literature are some of the  services that are offered. Literature in the languages of most represented migrant groups are also on-hand.  The library is used as an Internet Café. One can use the touch screen to search the catalog. Here you are becoming beware of  the fascinating idea of a vital library. Beside from that: Have you ever been faling asleep in a library because of feeling tired? It is usual here in London while in German Libraries you are only allowed to sleep when you are too tired of massive scientific reading! Getting an idea about  the obvious difference?

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