nestor summer school day five
15. Juli 2010
Der letzte Tag der Sommerschule begann mit Regen. Das hielt uns aber nicht ab den letzten Themenschwerpunkt aufmerksam zu bearbeiten, die LZA von Datenbanken. Für mich einer der spannedsten Punkte im Programm und wohl auch einer der kompliziertsten. Aus Potsdam von unser geliebten FH ist als Dozentin für dieses Thema Frau Dr. Karin Schwarz angereist. Als Expertin auf diesem Gebiet arbeitet sie an der FH-Potsdam in dem Forschungsprojekt zur Datenbankarchivierung mit. Besonderen wert legte sie auf die informationswissenschaftliche Bewertung der zu archivierenden Datenbank. Diese Bewertung sollte uns in der anschließenden Übung auch eine ganze Weile beschäftigen bevor wir uns für eine mögliche Archivierungsstrategie entschieden hatten.
Bevor es zum letzen Mittagsmahl bewerteten wir die diesjährige nestor summer school als äußerst positiv für unsere weitere berufliche Entwicklung, knipsten das obligatorische Gruppenfoto und dankten den Organisatoren mit einem kräftigen klopfen aufs Holz.
Als Lohn der harten Arbeit wurde uns das ersehnte nestor Zertifikat überreicht. Damit haben wir nun beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt, wurde uns versichert.
Nächste Jahr sind wir sicher auch wieder dabei, bei der nestor summer school 2011.
nestor summer school day four
17. Juni 2010
Nach der kurzen Nacht haben wir mit Plato preservation planning betrieben am vierten Tag der nestor summer school 2010. Dieses tolle Werkzeug zur Unterstützung der Entscheidungsfindung für konkrete Entscheidungen die so anfallen in einem Archiv erhöht die Transparenz der Entscheidung anhand von messbaren Parametern. In der Übung dazu haben wir mit einer Mindmap Kriterien aufgestellt um vorhandene Digitalisate eines fiktiven Pressearchivs zu Migrieren. Das hat mir viel Spass gemacht, da ich sehr gerne mit Mindmaps arbeite. Nach der Mittagspause gings dann richtig praktisch zur Sache. Verschidene Werkzeuge zur digitalen Langzeitarchivierung wurden vorgestellt und in der Übung dann damit rumgespielt. NOID zur Erzeugung von persistenten identifiern, koLibRI zur Erzeugung des ingest für ein Archivsystem und JHOVE zur Untersuchung von technischen Metadaten von digitalen Objekten. Die Spielerei mit diesen Werkzeugen war sehr interessant und zeigt auch zugleich den technisch weit automatisierten Vorgang der Langzeitarchivierung zur zeit. Es ist allerdings alles noch in der Entwicklung und für einen Endbenutzer muss noch viel getan werden um ein integriertes und benutzerfreundliches Werkzeug zur Hand zu haben.
Abgeschlossen hab ich den anstrengenden aber lehrreichen tag mit einer Wanderung zur Burgruine auf den nahegelegenen Weinberg in Staufen. Morgen gehts dann weiter mit der Datenbankarchivierung. Als Dozentin hat sich Dr. Schwarz von der FH-Potsdam angemeldet.
nestor summer school day three
17. Juni 2010
Der dritte Tag der nestor summer school 2010 in Staufen war der bisher beste und abwechslungsreichste. In der Vormittagslektion wurden uns die Feinheiten der Langzeitarchivierung von Computerspielen nähergebracht und in der anschließenden Übung entwickelten wir ein Strategie zur Archivierung von den heutzutage so beliebten wie sinnfreien Browserspielen. Am Beispiel des auf flash basierenden Minispieles “Pinguin Katapult” gelang uns das auch recht gut und wir hatten eine Menge Spass dabei. Für den nachmittag war eine Wanderung bei schönstem Sonnenschein in den Bergen des Münstertals geplant. Es fing dann gegen Mittag allerdings an zu regnen. Das Wandern wollten wir uns dann aber doch nicht von Petrus vermiesen lassen und so machten wir uns mit Regenschirmen und Wasserfester Kleidung Richtung Münstertal auf. Mit kundiger Führung wanderten wir schließlich etwa frei stunden bergauf und bergab vorbei an steilen Weiden und durch herrliche Bergwälder. Nach einem kurzen Abstecher in der lokalen Kirche und einer Gastwirtschaft kamen wir rechtzeitig zum deftigen Abendessen in der BDB-Musikakademie an. Zum Abschluss dieses Tages erwartete uns dann der Höhepunkt der der ganzen Woche, die Verkostung von erlesenen Spitzenweinen der Region. Angereist vom nahen Kaiserstuhl war ein kleines aber edles Weingut, dessen insgesamt acht Kostproben, vom edelstem Sekt über spriziege Weißweine bis zu vollmundigen Rotweinen, dazu Brot und Käse ganz schön Wirkung zeigten bei mir, so was gutes ist man als armer Student einfach nicht gewohnt. Sogar zwischen den einzelnen Weinproben gab es noch einen Vortrag zum OAIS und dessen Neuerungen. Die Nacht war kurz und der nächste Tag ist wieder vollgestopft mit Wissen.
nestor summer school day two
15. Juni 2010
Heut war ein richtig anstrengender Tag in der nestor summer school. Den ganzen Tag viel neues gelernt. Los gings am Vormittag mit einer super interessanten Vorlesung zur Problematik der Langzeitarchivierung von Bildvormaten. Von der DFG wird das unkomprimierte TIFF Format empfohlen. dabei entstehen allerdings riesige bis zu 25 MB große Dateien. Mit allerlei technischen Untersuchungen Verglich der Dozent diese Empfehlungen mit dem neuen JPEG2000 Format. Durch übereinanderlegen zweier Bildversionen und den daraus berechneten Unterschieden arbeitete er sehr überzeugend die Folgen der Komprimierung heraus. Es stellte sich laut seinen Untersuchungen heraus, das beim zweimaligen Scannen von ein und demselben Objekt die Unterschiede in den zwei TIFF-Dateien größer sind, als wenn man die Datei mit JPEG2000 komprimiert. Es lässt sich aber eine enorme Speicherplatzersparnis durch den Einsatz von JPEG2000 feststellen. Daraus leitete er das Konzept des “visually lossless” ab. Zu deutsch etwa visuell unbeeinträchtigt, das menschliche Auge kann keine Unterschiede zum unkomprimierten TIFF feststellen. Die Übung hatte es dann auch in sich. Wir sollten pro- und contra-Argumente für das Prinzip “visually lossless” in der Gruppe erarbeiten, einem fiktiven Chef davon Überzeugen ein Digitalisierungsprojekt mit JPEG2000-Komprimierung zu genehmigen und die DFG Empfehlungen hinsichtlich “visually lossless” erweitern. ich war diesmal Gruppenleiter und hab versucht die Diskussion zu leiten und die Ergebnisse gleich digital festzuhalten, ist mir aber nicht so richtig gelungen, der Generationenkonflikt war dann doch zu meinem Nachteil. bei den anderen Gruppen sind dann aber doch ein paar sehr überzeugende Präsentationen und Empfehlungen herausgekommen.
Nach dem leckeren Mittag wurde die ganze Problematik der Archivierung von Webseiten durchgenommen. Es gibt schon ein paar brauchbare tools um Webseiten zu Speichern, unter anderem HTTrack aber auch Adobe Acrobat pro.
Konvertierung von Web-Seiten in Adobe PDF
Wandeln Sie Web-Seiten vollständig oder teilweise in Adobe PDF-Dokumente um.** Dabei können Sie wählen, ob Multimedia- oder interaktive Elemente ebenfalls berücksichtigt werden sollen. Adobe PDF-Versionen von Web-Seiten lassen sich leichter drucken, archivieren, abstimmen und austauschen.
Allerdings ist die Langzeitarchivierung dieser gesicherten Webseiten noch lange nicht gelöst. In der Übung sollten wir dann Strategien z.B. aufgrund des Pflichtexemplarrechts und für ein Sondersammelgebiet eine Archivierungsstrategie für Webseiten erarbeiten. Auch hier gab es wieder heftige Diskussionen über die Definition von Begriffen, der Interpretation der Aufgabenstellung und wie es in der realen Welt wirklich aussieht mit all den theoretischen Vorgaben und Normen.
Zum Abschluss des tage habe ich endlich mal die den Burgberg erklommen und die Ruine besichtigt, ein wunderschöner Blick über das Tal war meine Belohnung. Das Wetter war heut nicht so schön wie gestern, sehr wolkig, aber fürs Arbeiten war es doch angenehm.
Es gibt übrigens ein iPad hier auf der summer school, das ist der Anziehungspunkt, und der Dozent erklärt jedem die coolen Features des trendigen Gerätes. Es macht auch eine gute Figur beim Vortrag.
Bis morgen und viele Grüße aus Staufen von der nestor summer school.
nestor summer school day one
14. Juni 2010
Majestätisch erhebt sich die Burgruine von Staufen aus dem frühmorgentlichen Nebel empor. Der Anblick ist wirklich überwältigend und verheißt einen märchenhaften Sommertag.
Begonnen hat meine Reise zur diesjährigen summer school des deutschen Kompetenznetzwerk zur digitalen Langzeitarchivierung in Berlin pünkltlich zum Anpfiff des des deutschen Auftaktspiels der Fußball WM im ICE. Dank Radio blieben alle Reisenden auf dem laufenden, war ja auch sehr erfolgreich und jedesmal von den unüberhörbaren Vuvuzelagetröte begleitet.
Nachdem alle TeilnehmerInnen in der BDB-Musikakademie eingetrudelt waren, wurden erstmal die Regeln erklärt. Und die sind hammerhart, kann ich euch sagen. Kein Internet erlaubt während der Vorträge und Übungen. Wir sollen uns auf unser vorhandenes Wissen konzentrieren und gemeinsam nach Lösungen suchen. Am Mittwoch ist Wandertag und Weinverkostung. Die Vorträge mit allen 37 TeilnehmerInnen finden im großen Saal mit wunderschönen Blick auf die Weinberg mit der Burg statt und die vier Gruppen mit jeweils etwa 6 Leuten für die Übungen sind schon vorausgewählt und wechseln ständig. Das dicke nestor Handbuch als Hardcover ist natürlich für jede TeilnehmerIn ausgelegt.
Los gings gleich mit der komplexen Materie der digitalen Objekte.
Die Verpflegung ist auch super, drei-Gänge-Menü zum Mittag, Käsekuchen zum Vesper und ein leckeres Buffet zum Abend.
Mit Einbruch der Dunkelheit viel dann auch noch der Strom in der ganzen Stadt aus, nur die Burgruine erstrahlt hell erleuchtet in der Dunkelheit. Ein majestätische Anblick.
nestor Summer School 2010
21. Mai 2010
Das deutsche Kompetenznetzwerk zur digitalen Langzeitarchivierung, nestor, bietet auch dieses Jahr wieder eine summer school an. Diesmal ist das Thema “Langzeitarchivierung komplexer Objekte” welches von erfahrenen Dozenten aus Hochschulen, auch von der FH-Potsdam, Bibliotheken und Archiven in angenehmer Atmosphäre in der Musikakademie in Staufen im Breisgau und in kompakter Form über ein Woch hinweg vom 14. bis 18. Juni 2010 vermittelt wird.
Den Teilnehmern der nestor Summer School 2010 wird das Thema von International renommierten Experten vorgestellt und jeweils anhand von Übungen vertieft. Im Mittelpunkt stehen zwei Schwerpunkte – die LZA komplexer Objekte und aktuelle LZA Werkzeuge -, die in jeweils mehreren Sessions behandelt werden. Daneben ist die Veranstaltung ein idealer Rahmen, um Kontakte und Netzwerke auf- und auszubauen, da TeilnehmerInnen und ReferentenInnen mit am Thema interessierten Kolleginnen und Kollegen zu einem intensiven Austausch zusammenkommen.

















