Bibliothekstag 2009 – Impressionen
16. Juni 2009
von Anastasia Schadt, Ingo Caesar und Dierk Eichel
Der 98. Bibliothekstag fand in Erfurt, der schönen Landeshauptstadt Thüringens statt und auch in diesem Jahr gab es ein umfangreiches Programm und viel zu entdecken. Man konnte zwischen zahlreichen Vorträgen, Workshops, Firmenvorträen etc. aus einem bunten Programm wählen und sich die neusten Entwicklungen aus der Bibliothekswelt auf der Firmenaustellung anschauen.
“Die Bibliotheken gehen spielen” – Wir spielten mit!
Wer mit offenen Augen das Messegelände erkundete, konnte viel Spannendes entdecken. Die KIBA-Lounge bot leckere Kirschen und Berichte von Studierenden und Alumni verschiedener Hochschulen. Es gab den Newcomertreff mit Postern rund um das Thema „Ein Blick über den Tellerrand!“, nette Gespräche bei Monsenstein und Vannerdat, Kaffee und bequeme Möbel bei Schulz Speyer, diverse Selbstverbuchungsautomaten zum Ausprobieren und vieles mehr. Und natürlich traf man irgendwann auch auf die Zukunftswerkstatt. Mit X-Box und Wii-Station zog sie die Vorbeiziehenden in ihren Bann. Hatte man erst einmal das Parallelprogramm von Jin Tan, Julia Bergmann und Christoph Deeg, den InitatorInnen der Zukunftswerkstatt, in der Hand, war klar, das ist spannend, hier möchte man ein Weilchen länger bleiben. Das eigentliche Programm geriet schon bald in Vergessenheit.

Besucheransturm auf die Zukunftswerkstatt

Besucheransturm die Zweite
Gleich am ersten Tag lud die Zukunftswerkstatt nicht nur zu Vorträgen am Stand, sondern auch zur Podiumsdiskussion im großen Panoramasaal ein. Mit interessanten Gästen wie Claudia Lux (Direktorin Zentral- und Landesbibliothek Berlin), Gabriele Beger (Direktorin Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg), Malte Behrmann (Geschäftsführer des Bundesverbandes der Entwicker von Computergames) und Willi Schroll (Technologieanalyst, freier Strategieberater und Zukunftsforscher) wurde die Bedeutung von Games, dem Web 2.0 und modernen Techniken in Bibliotheken erörtert. Pro und Contra von Games wurden aufgezeigt und Fragen wie „Sind Games in Bibliotheken ein Trend oder nicht?“, „Handelt es sich dabei um ein vollwertiges Kulturgut?“ oder „Kann man gemeinsam daran arbeiten, dass Bibliotheken die Möglichkeit bekommen, Games langfristig zu archivieren ohne Urheberrechte zu verletzen?“ diskutiert. Man wurde sich nicht in allen Punkten einig, allerdings war man einhellig der Meinung, dass Bibliotheken sich mehr trauen und ausprobieren müssen, um Trends rechtzeitig erkennen zu können und um für NutzerInnen attraktiv zu bleiben.

Podiumsdiskussion Zukunftswerkstatt
Tags darauf wurde ein Dauerprogramm interessanter Vorträge, direkt am Stand der Zukunftswerkstatt geboten. Sebastian Wilke machte den Anfang und berichtete von seiner Zeit in den Staaten und seinen Praktika in der New York Public Library und der Library of Congress. Dabei brachte er uns die amerikanische Arbeitsweise in Bibliotheken ein wenig näher. Es folgte Spannendes zum Web 2.0 von Fabienne Kneifel, Anne Christensen, Lambert Heller und Patrick Danowski u.a. Sie alle erklärten uns, warum sie das Web 2.0 nutzen und warum Bibliotheken es Ihnen nachtun sollten. Christoph Deeg bot einen augenöffnenden Vortrag zu Marketing in Bibliotheken und Prof. Dr. Hans Christoph Hobohm beschrieb ein Projekt seiner Studierenden zum Thema Trends und Trendforschung. Dabei erklärte er uns auch, dass Web 2.0 schon gar kein Trend mehr sei und man zur Zeit eher auf Themen wie Ökologie und Green-IT setzten könne. Abschließend sprach Jin Tan darüber, wie Handyromane zur Zeit in Japan boomen. Dabei handelt es sich um Texte in kurzen und einfachen Sätzen, die ihre Verbreitung über das Mobiltelefon finden und erst später eventuell in Printform erscheinen.

Fabienne Kneifele

Sebastian Wilke
Diese und zahlreiche Beiträge mehr kann und sollte man sich nachträglich über Youtube anschauen. Außerdem stehen die Folien der Vorträge in Slideshare und die am Stand gemachten Fotos in Flickr. Dieser Service bietet eine wunderbare Möglichkeit, Verpasstes nachzuholen oder Beiträge, die einem besonders gefallen haben, noch einmal anzuschauen. Außerdem wird durch diese Diensten natürlich denjenigen, die nicht in Erfurt sein konnten, eine tolle Gelegenheit geboten, sich das Programm zu Gemüte zu führen. Bei dem umfangreichen Angebot wäre dies eine wünschenswerte Dienstleistung für den gesamten Bibliothekstag und natürlich auch für andere Konferenzen und Tagungen.
Vor, nach und während der Beiträge wurde diskutiert, was das Zeug hielt. Leute kamen vorbei und blieben, aufmerksam geworden durch die Parallelveranstaltungen, Spielekonsolen und zappelnden Wii-Spieler, neugierig stehen. Viele wollten wissen, was es mit diesem Stand auf sich hatte, ließen sich die Ebook-Reader erklären, diskutierten über Web 2.0, Games und die neusten Entwicklungen in der Bibliothekswelt. Viele kamen wieder, teils um Gespräche erneut aufzugreifen, teils zum Twittern oder Bloggen, oder einfach zum Entspannen und Spielen. Spaß hatten auf jeden Fall alle, die die Zukunftswerkstatt besuchten und, um einige Erkenntnisse reicher, zogen die meisten weiter.

Vergleich der aktuellen EBook-Reader
KIBA-Lounge
Die Lounge der „Konferenz der informations- und bibliothekswissenschaftlichen Ausbildungs- und Studiengänge“ wurde dieses Mal von StudentInnnen der FH Potsdam betrieben. Acht KommilitonInnen aus dem 4. und 6. Semester (der Bachelorstudiengang nennt sich „library management“, der Diplomstudiengang „Bibliothek“) organisierten schon Wochen im Vorfeld das Programm, druckten Flyer und Poster, machten die KIBA-Lounge publik. Sie waren es auch, die den Stand auf dem Bibliothekstag auf- und wieder abbauten. Diese sogenannten Lounger betreuten während der drei Tage liebevoll die Gäste und dekorierten, mit viel Gefühl für die Kleinigkeiten, die Lounge mit Blümchen, Kirschen (nächstes mal gibt’s vielleicht auch Bananen) und Süßigkeiten.
Zum zweiten mal auf dem Bibliothekstag, bot sich die KIBA-Lounge all denjenigen als Gastgeberin an, die sich keine eigene Präsenz leisten wollten oder konnten. Ob als Party-Meile für die Alumni Treffen von Köln, Hamburg oder Hannover mit Sekt, Keksen und Luftballons oder als informativer Beratungsort für Leipzig, Genf und Potsdam, es war eine lockere Atmosphäre mit vielen Menschen in angeregter Unterhaltung. Und auch die LIS-Corner war zu Gast, als Netzwerk vieler StudentInnen aus dem deutschsprachigen Library und Information science (LIS) Bereich bot sich die ideale Gelegenheit, sich auch mal persönlich zu treffen und natürlich auch, um Pläne für die zukünftige Entwicklung der LIS-Corner zu schmieden.
Die AutorInnen möchten an dieser Stelle allen LoungerInnen für die aufopferungsvolle Arbeit danken und Ihnen ein dickes Lob aussprechen. Vielen, vielen Dank!

Teil der Orga-Gruppe

Frau Georgi, Chefin der KIBA

Präsentationsvorbereitung der Genfer

Vortrag der Genfer

Vortrag der Genfer
Was sonst noch so ging
Weitere interessante Beiträge waren der Vortrag von Curtis Rogers: “Social Media, Libraries, and Web 2.0: How American Libraries are Using New Tools for Public Relations and to Attract New Users“, der eindringlich zeigte, dass ein toller Webauftritt mit minimalen Mitteln zu erreichen ist, dass es aufregend sein kann, Web 2.0 Anwendungen in der eigenen Bibliothek auszuprobieren, aber auch, dass diese Anwendungen so funktionieren wie Haustiere: Man muss sie pflegen, sich um sie kümmern, ihnen Nahrung und Zuneigung geben, damit sie wachsen und gedeihen können.
Für alle One Person Libraries (OPLs) und -librarians interessant, war sicherlich der alljährlich stattfindende OPL-Workshop, der diesmal von Dr. Jürgen Plieninger eingeleitet wurde, der aus seinem Bibliotheksalltag berichtete. Er präsentierte einen kurzen, auch historischen Abriss des OPL-Managements, wies auf die Unterstützung hin, die die OPL-Kommision des BIB (Berufsverband Information Bibliothek) allen OPLs gibt, wenn sie dieser bedürfen. Herr Plieninger wies auf alle wesentlichen Bestandteile einer qualifizierten OPL-Arbeit hin: Leitbild, Mission Statement, Beachtung der OPL-Checklisten, das Profil der Bibliothek scharfhalten, Umfragen und Statistiken nicht vernachlässigen uvm. Man muss verdeutlichen, dass die Nutzer die Bibliothek wertschätzen, Führsprecher gewinnen, Rahmenbedingungen erkennen und ausweiten. Neue Dienste sollten ohne viel Tamtam eingeführt und getestet werden. Wichtig in kleinen Bibliotheken ist besonders die Erfolgsdarstellung (Jahresbericht, Newsletter, Statistiken). Herr Plieninger betonte, dass die Geschichte der OPLs auch immer eine Geschite des Downsizings und der Bibliotheksschließung war und ist. Man könne letzendlich eine Schließung nicht verhindern, aber man kann darauf hinarbeiten, dass man in solchen Momenten viele Fürsprecher hat, dass man wichtige Dienstleitungen aufzeigen kann und dass man wichtige Multiplikatorinnenarbeit nach innen und nach oben leistet. Am Ende wurde das Bild vom Generalisten Robinson um das Bild vom lachenden Sisyphos ergänzt: Der Stein, den er immer wieder den Berg hochrollt, kann durch gute Arbeit etwas runder werden, so dass es leichter fällt, ihn zu bewegen – die Arbeit wird dann hoffentlich leichter und zugleich besser.
Eine weitere interessante Veranstaltung war das völlig überfüllte Panel zu dem Thema “Hinter den Kulissen einer Suchmaschine – optimierte Recherche durch Integration, Innovation und Kooperation”. Hier wurden u.a. diverse Konzepte, zur Suche in verschiedenen Repositorien in Vascoda oder Sowiport aufgezeigt. Es ging um verschiedene Protokolle, um das Mapping von Thesauri und Schlagwortlisten, um Metadataharvesting und um IT-Infrastrukturen. So wurde etwa der von der GESIS entwickelte Heterogenitätschecker vorgestellt. Dieses Tool hat bei einer Sowiport Suche die Aufgabe, dass man über einen bestimmten Suchbegriff etliche andere sinnverwandte Begriffe mitsuchen kann. Technisch umgesetzt wurde dieses durch sogenannte Krosskonkordanzen: Etwa vierzehn Thesauri wurde so miteinander verbunden (gemappt), das die sinnverwandten Wörter der verschiedenen Thesauri in Übereinstimmung gebracht werden können. Sucht man etwa nach dem Term “Politik”, kann man eine Option einschalten, die den “Heterogenitätschecker” aktiviert: So wird automatisch auch nach den Begriffen “Policy” und “Politics” gesucht.
Weiteres Highlight, diesmal aus dem Bereich der Öffentlichen Bibliotheken, war der Bericht der Stelle Mediennkonvergenz Monitoring zum Thema: Der Spieler – Veränderungen in der Medienwelt Heranwachsender, vorgestellt durch Prof. Dr. Hartmut Warkus. Kernaussage war hier, dass TV und Radio für Jungendliche zunehmend langweilig werden. Das gilt besonders im Musikbereich: PC, MP3-Player und Handy sind total in. Auch die Anwendung von Social-Networks für die Gruppe der Jugendlichen wurde betont: Schüler-VZ läuft bei allen PC-Tätigkeiten permanent im Hintergrund, so Warkus.
Prof. Dr. Hobohm, Dekan am Fachbereich Informationswissenschaften der FH Potsdam, stellte uns einen neuen Typus von BibliothakarIn vor, den “Data Librarian” (Wir verwenden diesen Begriff geschlechtsneutral). Anstatt mit Büchern hantiert dieser mit Daten. Diese sogenannten Rohdaten sind das Produkt meist jahrelanger Forschung von WissenschaftlerInnen aus allen möglichen Bereichen. SozialforscherInnen erheben Umfragen, GeologInnenen sammeln Gesteinsproben und PhysikerInnen notieren Messwerte. Sie erzeugen neues Wissen und publizieren es in Fachzeitschriften. Die Daten allerdings, die die Grundlage dieses Wissenserwerbs bilden, werden meist vergessen. Mit der zunehmenden digitalen Erfassung der Rohdaten wird auch der weltweite Zugriff über das Internet möglich. Da oft Unmengen an solchen Daten erzeugt werden, sehen sich die potenziellen NutzerInnen einer wahren Datenflut gegenüber. Genau hier kommt der/die BibliothekarIn ins Spiel mit ihren altbewährten Tugenden vom Sammeln, Zugänglichmachen und Erhalten, nämlich als Schnittstelle zwischen den WissenschaftlerInnen, welche die Daten erzeugen und denjenigen die diese Daten etwa für ganz andere Bereiche nutzen möchten. Der Data Librarian sammelt die digitalen Daten in geeigneter Weise, macht sie über eindeutige Identifikatoren über das Internet bequem zugänglich und kümmert sich auch um deren Langzeitarchivierung. So ist uns InforamtionswissenschaftlerInnen das Aufgabenspektrum des Data Librarien durchaus vertraut. Er benötigt aber auch eine spezielle Anpassung an das „neue Medium“ DATA. Und mit der Ausbreitung des Konzepts des „open data“ kann er zugleich einem Lieblingsthema der BibliothkarInnen nachgehen: OPEN ACCESS.

Prof. Dr. Hobohm über Data Librarians
Abgerundet …
… wurde der Besuch des Bibliothekstag durch insgesamt trockenes Wetter mit einem schönen und heiter-fidelen Alumni Treffen der Potsdamer InformationswissenschaftlerInnen im Goldenen Schwan am Mittwoch Abend. Wie immer diente die Veranstaltung vor allem dem regen Austausch und dem Knüpfen neuer Kontakte. Unseres Erachtens lassen sich als Fazit drei Besonderheiten herausstellen:
- Öffentlichkeitsarbeit und Bibliotheksmarketing wurden verstärkt als die Kernaufgabe von Bibliotheken wahrgenommen.
- Der sinnvolle Umgang mit Web 2.0 Anwendungen in Bibliotheken hat sich zum Mainstream entwickelt.
- Die Welt wird zukünftig verstärkt über Games erfahrbar werden. Dabei bleiben die Bibliotheken am Ball.
Allerdings war es etwas traurig, dass bei der Preisverleihung zum studentischen Ideenwettbewerb der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation e.V. (DINI) “Lebendige Lernorte”, die innovative Gruppe der “Grünen Bibliothek” nicht prämiert wurde. Das Vorurteil vom verstaubten Altherrentreffen fanden wir nicht bestätigt. Uns begegneten durchaus viele junge und fortschrittliche BibliothekarInnen und es war schön zu sehen, wie die klischeebehaftete Bibliothekswelt ihre Fühler auszustrecken und offen für Neues war. Denn auch im eigentlichen Programm konnte man interessante, zukunftsorientierte Themen wie z.B. Web 2.0 in öffentlichen Bibliotheken, Bibliotheksdienste für soziale Netzwerke oder Open Data und Open Access finden. Wir wünschen uns mehr Stände wie die Zukunftswerkstatt für den Bibliothekskongress in Leipzig 2010 und hoffen dort wieder auf innovative, spannende und fortschrittliche Beiträge.

Alumni der FH-Potsdam im Goldenen Schwan
Videostatements
Über die AutorInnen
Anastasia Schadt studiert im 6. Semester am Fachbereich Informationswissenschaften der FH-Potsdam. Sie ist Mitorganisatorin der diesjährigen KIBA-Loungeund Mitinitiatorin der LIS-Corner.
Ingo Caesar studiert im 6. Semester am Fachbereich Informationswissenschaften der FH-Potsdam, ist Mitarbeiter an der Bibliothek des Deutschen Instituts für Menschenrechte und unterstützte die Arbeit der Zukunftswerkstatt auf dem Bibliothekstag.
Dierk Eichel studiert im 6. Semester am Fachbereich Informationswissenschaften der FH-Potsdam. Er ist Mitorganisator der diesjährigen KIBA-Lounge und Mitinitiator der LIS-Corner.
Alle drei AutorInnen sind aktive BloggerInnen und InitiatorInnen des blogs “BibliothekarInnen sind uncool“, den Ihr gerade vefolgt.
Dieser Artikel erscheint mit kleinen Abweichungen am 17. 06. 2009 in der neuen Ausgabe der BRaIn: Potsdamer Beiträge und Reportagen aus der Informationswissenschaft
Das rasante Wachstum Eures blogs “Bibliothekarinnen sind uncool” ist unglaublich.
An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Leuten bedanken, die die Idee mitangestoßen haben:
- bei Mari*us und Danilola !
- bei der kreativen Stimmung der Bibcamper (und ihrer Unterstützung) !
- bei den Potsdamer Informationswissenschaftlern !
- bei den Berliner Infoscientists !
- bei den anderen tollen Bibblogs, für die Anregung!
- bei den anderen LIS-Studierenden !
- bei allen jungen und alten coolen und uncoolen BibliothekarInnen !
- bei der community im gerade eröffneten facebook place !
- und bei der restlichen Lesergemeinschaft !!!
Ihr seid die Besten !
Dear friends of Library and Information Science,
The amazing increase of the popularity of this blog “Librarians are not cool (BibliothekarInnen sind uncool)” is the result of your support only! We want to thank you so much!
This greetings are for all the blog readers from the US and and other English speaking countries. The expansion of the LIS students community from all over the world has just begun! Feel free to visit our very young facebook community !
You are gorgeous !
Visibility of Libraries Part 1
29. Oktober 2008
The “Barbican Library” embeded into cultural services
“The city’s leading lending library” is visible. It does not matter from which direction you are coming from. The Barbican is as easy to find as St. Pauls Cathedral. Have a look at the librariy’s website. Looks very stylish, doesn’t it. The Barbican is the “largest multi-arts centre in Europe” and its library got its appropriate space.
GHIL, 3rd post
22. Oktober 2008
This is a “panorama shot” of one of the rooms of the library of the German Historical Institue in London.
The British Library seems to be excellent
18. Oktober 2008
Foyer: suffused with light, open arranged, white colloured
Regisration procedure: takes about half an hour (but you get a directly taken photo of yours on your user card (looks like a credit card)! Nice souvenir for librarians, isn’t it? Registration is free!
“How to” leaflets: after registration, connecting to wifi access took about ten minutes without any necessary assistance (self-explanatory leaflet). Procedures about how to get books was carried out broudly during the registration in a way that even foreigners like me could easily understand them. Staff members really made a huge effort to be sure that the BL-user is feeling comfortable. More than that – a step by step manual “Being a British Library Reader” looks very nice. Hopefully promises will be kept. Lets take a look …
Freedom not Fear – Open Rights Group Campaign
11. Oktober 2008
TODAY members of the Open Rights Group rearranged photos of observation cameras to a big collage at Londons’ Parliament Square vis-a-vis the British Parliament. The collage shows the face of Gorden Brown. The action was pushed to demonstrate against a society of total surveillance. A downloadable image of the collage and a high resolution torrent file will be available soon, so said the woman I was talking to. Cheers ORG.
12. GBV Konferenz – Zwischen Rationalisierungsdruck und Harmonie
12. September 2008
Annotationen zur 12. GBV Konferenz (nur gültig für den 10. Septemer)
Der Gemeinsame Bibliotheksverbund (GBV) so die Vorsitzende der Verbundleitung Sabine Wefers könne durch Web 2.0 Angebote und die Ergänzung um Aufgaben der Langzeitarchivierung sein Leistungsangebot verbessern. Es gehe auch darum “Komplemente” zu finden, soll heißen, dass die Partner sich erffizenter zuarbeiten.
Herr Finger, Vertreter der Leitung der Staatsbibliothek hatte die Aufgabe, Fragen an den Verbund zu formulieren: Google wurde mal wieder als Bibliothekskonkurrent zur Disposition gestellt – “wissenschaftliches Arbeiten beginnt mit Google” – müsse nicht die Abwanderung der Nutzer gestoppt werden. Was tun?
Albert Bilo, einer der zwei Direktoren!! der Universitätsbibliothek Duisburg-Essen, unterstellte, dass man die Nutzer nicht zum Produkt hin erziehen dürfe und, dass assoziatives Suchen dem systematischen Suchen heutzutage überlegen sei, weil sich das Verhalen der Jugendlichen geändert habe (dabei sind Informationen doch nie vollständig und wissenschaftliches Arbeiten erfordert, dass nicht alles systematisch erfasst werden kann, da Wissenschaft sich doch nur mit Ausschnitten aus der Wirklichkeit beschäftigen kann). Auf jeden Fall blitzte hier die Idee vom neuen Informationsnutzungsverhalten auf. Weitere behutsame Kritik ging in die Richtung, dass der “bornierte Seperatismus” vieler Jahre durch den GBV überwunden werden müsse und ob überhaupt so viele Verbünde notwendig seien. “Wie viele Verbünde brauchen wir? Brauchen wir so viele Verbünde?”, so Bilo.
Herr Altenkrüger stellte im Anschluss das Ibero-Amerikanische Institut (IAI) vor und berichtete über die Leistungen die durch Zusammenarbeit zwischen GBV und IAI ermöglicht wurde. Als Repräsentant einer Spezialbibliothek hatte er auch die Aufgabe zu verdeutlchen, dass im GBV auch Spezialbibliotheken organisiert sind und ihre Bedürfnisse im Verbund kommunizieren und einlösen können. Anmerkungen aus seiner Ecke: Übersertzungsrutinen bei der Eingabe seien wünschenswert, OPACs auch in portugisisch und spanisch anbieten, Einbinden von Table of Contents und Covern sowie verbessertes Fehlermanagement.
Jay Jordan (OCLC) pries die tollen features seiner Firma an, z.B. den Dewey Browser oder die Copyright Evidence Registry. Es gehe auch darum, den Weg über ein Goggle Ergebnis wieder zum nächsten Bibliotheksstandort zu weisen, was OCLC mit Google ausgehandelt hat. 68.828 Bibliotheken in 162 Ländern, die sich OCLC angeschlossen haben, ergeben ein mächtiges Repositorium, den Worldcat. Auch wenn Mr Jorden mittelbar als Konkurrent des GBV auftrat, wurde diese Ansicht später partiell von den Sprechern verworfen, da der Verbund lokal stärker ist und OCLC eher auf globaler Ebene agiert. Ganz aus der Welt schaffen konnte man die Konkurrenzidee dann aber doch nicht mehr. Andererseits ist OCLC im Bibliotheksgeschäft einer der relevantesten global player mit mächtiger Deutungshoheit dafür, was der Wert der Sammlung menschlichen Wissens ist.
Herr Diederichs schließlich, Direktor der Verbundszentrale des GBV betonte, dass die Verfügbarkeit von digitalem Content immer wichtiger wird. Er äußerte auch, dass ab einem gewissen Grad der Durchdringung neuer technischer Innovationen die alte Technik stirbt. Sollte das heißen, dass wir demnächst nur noch vor einem Amazon kindle e-book reader in der leeren Bibliothek arbeiten, oder, dass uns das iPhone bei der Vorbeifahrt an einer Bibliothek sagt: Stopp hier aussteigen, Buch xy ist hier vorrätig?
Herr Diederichs identifizierte Schwerpunkte, die der GBV zu schultern hat: Kataloganreicherung, Katalogaufwertung, Vernetzbarkeit, Internationalisierung der Standards. Eine solide auf festen Standars basierende Datenbasis ist die Vorausetzung um Effizienz für die Bibliotheken im Verbund zu erbringen. Auch die Möglichkeit von Identifikationsverfahren, die über das lokale Netz hinausgehen z.B. Shibboleth, stellen eine herannahende Herausforderung für den Verbund dar.
Zusammenfassung der Anschlussdiskussion
Bibliotheken sind gut im Geschäft. Ihre Aufgaben erweitern sich. Das Management sollte gestrafft werden. In einem sich permanent veränderten Rahmen, gibt es auch keine feste Rolle für die Bibliothek. Nicht alles wird immer und überall digital zur Verfügung stehen. Die Nähe zur Suchmaschine ist größer als die zum OPAC geschweige denn zur Bibliographie. Bibliotheken müssen ihre Tätigkeit kritisch und intensiv reflektieren, aber sich nicht in dieser Reflexion einkapseln. Der Nutzer, die Nutzerin weiss nicht, was er oder sie will. Zeigt man den Nutzern oder Nichtnutzern, was die Bibliothek für sie zu leisten in der Lage ist, werden sie sie annehmen. “Entdeckendes Suchen” wird bevorzugt. Und schließlich: Wenn der Verbund nicht die richtigen Produkte anbietet, dann gehen die Bibliotheken zu OCLC.
GBV Verbundkonferenz
2. September 2008
GBV 2013 – Die Bibliotheken und ihr Verbund: Serviceleistungen im Zeitalter der Globalisierung.
Am 10 und 11 September wird in der Stabi in Berlin die 12. Verbundkonferenz des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes stattfinden. Neben einem recht umfangreichen und abwechslungsreichen Rahmenprogramm wird es hochinteressante Workshops geben. So wird unser guter Freund Lambert seine Vision zur “ Erschließung 2013: Visionen und mögliche Entwicklungen” darstellen und Jakob uns den ” Kataloge 2.x: Neue Entwicklungen bei der Präsentation und Verarbeitung von Katalogdaten” vorstellen. Leider machen die dass parralel in verschidenen Workshops am Donnerstag Vormittag, wofür soll ich mich da bloß entscheiden.
Vielleicht könnt ihr mir ja ein paar Entscheidungshilfen in den Kommenteren geben.
Blog – Event I
10. Juli 2008
Unsere Gender-Diskussion kommt seit dem Bibliothekartag nicht zum Erliegen. Heute in der Mensa war es wieder soweit. Das Autorenteam spaltet sich in zwei Lager. Die eine Seite fragt sich bis heute, warum der Blog in BibliothekarInnen sind uncool umbenannt wurde und plädiert weiterhin für Bibliothekare sind uncool. Die andere Seite (überwiegend männlich) besteht auf das Innen.
Wir kommen da nicht weiter. Deshalb wenden wir uns an die Öffentlichkeit mit einer nicht repräsentativen doodle – Umfrage, um neue Diskussionen zu beleben. Wir bitten um rege Teilnahme unter folgendem Link:
Endergebnis vom 25. Juli:
Die Abstimmung ist hier hinterlegt. Vielen Dank an die 43 Beteiligten!





















